Kritiken Kneipenbühne, Oberweiling am 19.05.2012  Geschrieben von Golly Hertlein am 20.05.2012   Amüsant und kurzweilig, gereift sowohl in musikalischer als auch inhaltlicher Hinsicht, so präsentierte sich am  Samstag die Parsberger Kabarettistin Ida Erdinger ihrem begeisterten Publikum, das in der Kneipenbühne den  Beweis antrat, dass für eine erstaunlich große Zahl an Menschen ein Leben ohne Fußball durchaus denkbar ist. Nun  ja, neunzig Prozent der Anwesenden waren weiblich. Das mag aber auch an den Themen liegen, die von der Solistin  angeschnitten wurden. Die reichten vom aussichtslosen Kampf gegen das Übergewicht und der Frage, ob es denn  gescheit ist, den überhaupt führen zu wollen, bis zur Sehnsucht nach Zuneigung, Zärtlichkeit und Liebe, Inhalte, die  durchaus emanzipatorisch eingefordert wurden. Damit aber erst gar keine Rührseligkeit aufkommen konnte, streute  Ida herrliche Klamauk-Nummern ein wie etwa die Geschichte von der Nachbarin Bink und ihren Klamotten oder die  vom Franzosen, der unbedingt eine Tigerwäsche braucht. Sehr angenehm wirkte, dass es Frau Erdinger keine  Sekunde lang nötig hatte, zotig zu werden und geschmacklose Witze auf Kosten des anderen Geschlechts zu  machen. Das Ganze rahmte sie musikalisch ein mit einer charmanten Auswahl an Ohrwürmern aus der Geschichte  der Rockmusik, von Uriah Heeps "Lady in Black" bis zu Bob Dylans "Knockin' On Heaven's Door", die sie auf der  Gitarre spielte und mit eindrucksvoller Gesangsstimme interpretierte. In ihren Spiegelwahrheiten - so der Titel des  Abends - zog sie alle Register, war zärtlich, leise und nachdenklich, war schrill und laut und zeigte so nebenbei auch  erstaunliche schauspielerische Fähigkeiten.  Auftritt im G6 Neumarkt am 20.01.2011 I Neumarkter Nachrichten: Ida Erdinger meistert die Hürden des Alltags Im Neumarkter G6 hat die Musikkabarettistin Ida Erdinger ihrem Publikum eine abendliche Philosophie-Lektion der  besonderen Art erteilt. Unter dem Titel "Spiegelwahrheiten" thematisierte sie auf sehr direkte Art die Hürden des  Alltags. Mit einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein trug sie ihren zahlreichen Gästen lebensbejahende Lieder  vor. Stücke wie "I muss ned alles megn", oder "Pfirti Gott, was zieh ich heut bloß an" übermittelten ihre  Weltanschauung – zünftiger Rock auf gut bayerisch und das auf hohem musikalischen Niveau. Der Grundtenor war  die Selbstwahrnehmung und die -zufriedenheit. Auf der Suche nach "Spiegelwahrheiten" kam Erdinger zu der  Einschätzung, dass nicht jede/r Modelmaße haben oder dem neumodischen Massenstrom folgen muss. Alles "grad  raussagen" in Verbindung mit guter Musik: ein unterhaltsames Programm.  sipo/F.: Polster Neumarkter Tagblatt: "Servus i bin die Ida", stellte sich Ida Erdinger kurz und knapp ihrem Publikum vor, ehe sie die Gäste gemeinsam mit  ihrer geliebten "Berta" in die ganz eigene Welt ihrer Gedanken entführte. Mit ihrem neuen Soloprogramm  "Spiegelwahrheiten" war sie am Donnerstagabend im G6 zu Gast. Die Beziehung zu Gitarre Berta ist übrigens eine  ganz besondere: "Zupfen, streicheln, hauen und rocken – mit ihr ist alles möglich", verrät Ida Erdinger.  Manches im Leben sei nicht einfach, wie zum Beispiel eine Frau zu sein. Sich anzunehmen, wie man ist, habe man ihr  zwar schon in der Selbsthilfegruppe gepredigt, aber "manchmal ist es wirklich net leicht". Nach einer  Rundumerneuerung mit Puder, Botox und notfalls der großen Zange wäre "Frau" schließlich für die Welt gerüstet, wenn  da nicht noch die wichtige Kleiderfrage wäre. Viel zu viel sei hier oftmals im Kleiderschrank zu finden, meist jedoch  nichts wirklich Brauchbares. Das meiste gehöre eigentlich in den Altkleidersack, doch die Trennung falle nicht leicht.  Hier sprach Ida Erdinger sicher so manchem aus dem Herzen.  Die Überleitung zum nächsten Thema ergab sich im Grunde von selbst, denn nach Aussehen und der Kleiderfrage war  selbstverständlich die Teilnahme bei den Topmodels von Heidi Klum nicht mehr unmöglich. Im Gegenteil: "Seit der  Bruce dabei ist, hab ich schon geübt", verrät Erdinger. Und Chancen habe sie sicher beim Wettbewerb. "Denn wenn i mi  vor die verhungerten Models stell, dann sieht man vo dene nix mehr", sagt sie.  Doch auch kritische Töne stimmt Ida Erdinger in ihrem Programm an. Werfe man einen Blick auf die Produktion und  Herkunft mancher Lebensmittel, könne manches Mal der Appetit vergehen: Den Fisch aus dem Golf von Mexiko könne  man jetzt zum Beispiel auch ohne Zugabe von Öl in der Pfanne fettig herausgebraten.  Die Themen gingen Ida Erdinger so schnell nicht aus. Denn vom Grillnachmittag ging es weiter zum gemütlichen Teil  des Familiennachmittags, bis hin zu den Spitzenhöschen von Frau Bink auf der Wäscheleine. Und wer den neuen  Franzosen von Ida Erdinger kennenlernen will, sollte ihren nächsten Auftritt nicht versäumen.  Denn eine kräftige Tigerwäsche bringt nicht nur den geliebten Citroen wieder auf Trab. Auch eine kleine Esoterik-Stunde  ist dann sicher wieder im Preis inbegriffen. Und so gab es am Ende des unterhaltsamem Abends viel Beifall für  Powerfrau Ida Erdinger.  EZELSDORF - Jeder, vor allem die Frauen, kennen das: Einen Blick in den Spiegel und schon sieht man sein eigenes  Gesicht. Man kann es mögen, oder auch nicht mit all seinen geschminkten und ungeschminkten Details. Das sind die  so genannten "Spiegelwahrheiten". Ida Erdinger, Musikkaberettistin, führte unter diesem Motto ihr neues  kontrastreiches Soloprogramm in der Ezelsdorfer Goldhutschule vor. Berta, die Gitarre, eine E-Gitarre und der innere  Schweinehund waren Teil ihrer Aufführung. Ausgerechnet mit Letzterem streitet sie öfters, vor allem vor dem Spiegel.  Liebevoll und schimpfend zog sie das männliche Publikum mit ein.  Zu Beginn stellte Ida Berta vor mit den Worten "Zupfen tu ich sie öfters. Geschlagen habe ich sie auch schon, aber sie  ist immer noch an meiner Seite." Dass man nicht alle mögen muss erklärte sie in ihrem Starter-Song. Anschließend  nahm sie einen Spiegel und betrachtete sich selbst. Rasch verzog sie eine Grimasse, als ob sie gerade eben in eine  Zitrone gebissen hätte. Hier sprießt ein Pickel, dort ist eine Falte. Nein, das Gesicht gefällt ihr gar nicht und trotzdem  sagte sie zu ihrem Abbild "Du schaust schön aus". Das hat sie gelernt in der Selbsthilfegruppe. Abhilfe ist mit  Schminke, Puder und Haare kämmen schnell geschaffen. Nickend lobten die Zuschauer die nun hübsche Frau. Immer  wieder befragte sie ihre Fans und schaffte es auf besondere Art diese Teil ihres Kabaretts zu sein. Auch die unteren  Körperregionen müssen schön aussehen und dazu braucht es das passende Kleid. In jedem Kostüm in ihrem  Kleiderschrank stecken Erinnerungen. Das Rosane erinnerte an den ersten Kuss ihres Ehemannes, an den sie sich  nicht so gern zurück erinnerte. Das Schwarze trug sie auf der Beerdigung von Freundin Berta und der Seidenkimono  weckte Erinnerungen an den Milchmann. Schließlich landeten alle drei Stücke im Altkleidersack. Klar, dass die dort  nicht lange verweilen, denn schließlich kann man die Vergangenheit, ob schön oder schrecklich, nicht einfach so  wegschmeißen und so hing sie die Kleider wieder an ihren alten Platz im Schrank zurück. Gerne schaut sie sich öfters  im Altkleidersack der Nachbarin Frau Bink um und wurde fündig. Ein rotes Halstuch und ein schwarzes Kleid  schmückten ihren schönen mit Speckröllchen behafteten Körper.  Unbedingt möchte Ida Topmodel werden und schaut sich regelmäßig die gleichnamige Sendung im Fernsehen bei der  Tochter ihrer Nachbarin an. Die Tochter von Frau Bink ist magersüchtig und momentan in der Psychiatrie. Für die  nächste Runde möchte sich Ida bewerben. Sie weiß, dass sie gewinnen wird, denn wenn sie sich vor die verhungerten  Models stellt sieht man die anderen dann nicht mehr. "Ich will kein Bügelbrett sein, ich stehe auf mein Fett", sagte sie  überzeugt.  Seit Neuestens hat Ida einen Franzosen zuhause .Er ist schon älteren Jahrgangs und wollte unbedingt gewaschen  werden. Auf Französisch gab er ihr Anweisungen. Ida kaufte sich ein Wörterbuch, um die Aussagen verstehen zu  können. Schnell wurde ihr klar, dass er von einem Tiger gewaschen werden wollte und begab sich mit ihm zur Esso-  Tankstelle in die Waschanlage. Als sie über die verschiedenen Waschgänge informiert wurde lief es ihr kalt den  Rücken runter. "Gut, du wolltest ja eine Tigerwäsche", sagte sie zu ihrem neuen "Freund". Lange hat das  Saubermachen gedauert, aber es war nach ihren Angaben richtig geil. "Nur sollte ich lieber das nächste Mal das  Verdeck zu machen", stellte sie hinterher fest und den Zuschauern wurde schnell klar, dass es sich nicht um einen  Mann aus Frankreich, sondern um das Auto Citroen handelte.  Nach einer kurzen Pause brachte sie die Anwesenden mit grünem Kleid und einem grünen Busch im Haarreif zum  Staunen. Mit ihrer Gitarre rockte die in Lupburg wohnende Kabarettistin richtig ab und schrie immer wieder in ihrem  Musikstück "Hermann, wann reparierst du das?" Gemeint war Hermann Bloß, zweiter Bürgermeister, den sie in ihrem  Song, der im Haushalt mit helfen, kaputte Geräte reparieren und Glühbirnen austauschen sollte, spontan hinein  interpretierte. Seine typische männliche Antwort lautete: Morgen mach ich es.  Kurze Zeit später suchte sie sich ein anderes Opfer aus. Ihm widmete sie ein Liebeslied, das buchstäblich unter die  Haut ging. "Du bist wie ein Labello für meine Lippen". Spontan fragte sie ihn, ob er sich für sie auf den Namen Labello  umtaufen lasse und sie heiraten würde.  Für eine weitere Liebeserklärung musste Ralf, der aus Bochum angereist kam, als eine Art männliches  Navigationssystem auf der Bühne agieren. Er erwiderte Idas Aussagen und Fragen, indem er von einzelnen Karten  ablas. Als er das Wort "Offroad" mehrmals erwähnte stimmte Erdinger das Lied "Du" von Peter Maffay an und trug es  wie eine verliebte Teenagerin äußerst charmant vor.  Im weiteren Verlauf ihrer Show besang sie ihr Leben als Star mit Hilfe des Hits "A lalalala long" von Sweat. Nachdem  der Arzt ihr Sport verordnet hatte geht sie immer im Bad schwimmen. "Ich schwimme im Wasser immer oben",  scherzte Ida. Nur zu dumm, dass die Gefahr Fußpilz zu bekommen in öffentlichen Schwimmbädern sehr groß ist.  Boshaft nannte sie ihren ekelhaft juckenden "Begleiter" Eberhard. Schon musste sie wieder an einen Mann denken, an  den sie wohl keine so guten Erinnerungen hatte.  Am Ende des Kabaretts merkte sie, dass man selbst mit viel Schminke die meisten Männer nicht beeindrucken kann.  "Schminken und stylen bringt nichts, deswegen bleiben wir so wie wir sind, dann haben wir Erfolg, so ihre Erkenntnis.  Lieber geht sie Nordic Walking, Free Climbing oder komponiert Lieder. Um dies durchsetzen zu können, müsste sie  allerdings eine Strategie entwickeln, wie sie ihren inneren Schweinehund loswerden könnte.  Als Zugabe bekamen die Zuschauer noch einen besonderen Ohrenschmaus zu hören: "Ich habe Röllchen unterm  Mieder, ich habe Fältchen unterm Puder und Dellchen am Popöchen". Am Schluss folgte ein Appell an die weiblichen  Fans: "Ganz klar, wer zu spät kommt, den strafft das Leben. Schaut mich an, wie bin ich schön." Nach über 90  Minuten konnten sich wohl viele an der eigenen Nase fassen. Das Kabarettprogramm hatte Wiedererkennungseffekt  erzeugt: Ungeschminkte Wahrheiten, seitenverkehrte Erkenntnisse und überraschende Blickwinkel mit einer Portion  Selbstironie sowie passender Gestik und Gesichtsmimik brachte Ida Erdinger an diesem Abend ans Tageslicht. Immer  wieder sorgte sie dafür, dass alle im Raum ausgiebig lachen konnten, eine sportliche Tätigkeit, die auch zum  Kalorienverbrennen gut geeignet ist. Jutta Sirowatka vom Burgthanner Kulturkreis organisierte diese Veranstaltung in  der Goldhutschule in Ezelsdorf.  Wer die musikalische Kabarettistin erleben möchte, kann Ida Erdinger in Weiden, Passau, Ansbach und Neuhaus bis  einschließlich November auf der Bühne sehen. Hörproben, Fotos und Videos sowie die nächsten Auftritte sind auf der  Homepage ida-erdinger.de veröffentlicht.  Sabine Rösler